Zahntrauma: Was tun bei Zahnunfällen und Verletzungen?

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Zahntrauma: Was tun bei Zahnunfällen und Verletzungen?

Erste Hilfe, Zahnrettung und Behandlung – Schnelles Handeln rettet Ihren Zahn

Ein Sturz, ein Sportunfall oder ein Zusammenstoß – und plötzlich ist ein Zahn abgebrochen oder komplett ausgeschlagen. In solchen Situationen entscheiden schnelles und richtiges Handeln über die Rettung des Zahns. Die Zahntrauma-Therapie beschäftigt sich mit der Versorgung verletzter Zähne. In diesem Artikel erfahren Sie die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen: Einen ausgeschlagenen Zahn niemals an der Wurzel anfassen, nicht säubern oder desinfizieren, sondern sofort in einer Zahnrettungsbox oder in kalter H-Milch lagern und innerhalb von 30 Minuten zum Zahnarzt bringen. Bei abgebrochenen Zähnen sollte das Bruchstück mitgenommen werden – es kann oft wieder angeklebt werden. Erklärt werden auch verschiedene Verletzungsarten: Lockerung, Verschiebung, Wurzelfraktur oder Verletzung des Zahnfleischs. Sie erhalten Informationen zur Notfallbehandlung, Langzeitprognose und notwendigen Nachkontrollen. Mit dem richtigen Wissen können Sie im Ernstfall Zähne retten.

Inhaltsverzeichnis

Es passiert in Sekundenbruchteilen: Ein unglücklicher Sturz beim Sport, ein Zusammenstoß auf dem Spielplatz oder ein Fahrradunfall – und plötzlich ist ein Zahn abgebrochen oder komplett ausgeschlagen. Solche Momente sind schockierend, und oft herrscht zunächst Panik. Doch gerade jetzt kommt es auf schnelles und richtiges Handeln an. Denn bei Zahnverletzungen entscheiden oft die ersten 30 Minuten darüber, ob ein Zahn gerettet werden kann oder für immer verloren ist. In diesem ausführlichen Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige über Zahntrauma, die richtige Erste Hilfe und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Mit dem richtigen Wissen können Sie im Ernstfall Zähne retten.

Was ist ein Zahntrauma?

Ein Zahntrauma bezeichnet jede Art von Verletzung, die einen oder mehrere Zähne sowie das umgebende Gewebe betrifft. Dabei kann es sich um Schäden an der Zahnkrone, der Zahnwurzel, dem Zahnhalteapparat oder dem Zahnfleisch handeln. Zahnverletzungen gehören zu den häufigsten Unfällen im Alltag: Schätzungen zufolge erleidet jedes dritte Kind bis zum 16. Lebensjahr ein Zahntrauma.

Besonders häufig betroffen sind die oberen Schneidezähne, da sie beim Sturz oder Aufprall am exponiert liegen. Typische Situationen, in denen Zahnunfälle passieren, sind Kontaktsportarten wie Fußball, Handball oder Kampfsport, Fahrrad- und Skateboardunfälle, Stürze auf Spielplätzen oder im Haushalt sowie Verkehrsunfälle. Bei Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren sind Zahnverletzungen besonders häufig, da in diesem Alter die bleibenden Schneidezähne durchbrechen und die Kinder gleichzeitig sehr aktiv sind. Aber auch Erwachsene sind vor Zahnunfällen nicht gefeit.

Die gute Nachricht: Moderne zahnmedizinische Verfahren ermöglichen es heute, viele verletzte Zähne zu retten – vorausgesetzt, es wird schnell und richtig gehandelt. Deshalb ist es so wichtig, dass möglichst viele Menschen wissen, was im Notfall zu tun ist.

Die verschiedenen Arten von Zahnverletzungen

Zahntraumata können sehr unterschiedlich aussehen. Die Zahnmedizin unterscheidet verschiedene Verletzungsformen, die jeweils eine andere Behandlung erfordern:

Zahnlockerung (Subluxation): Der Zahn sitzt noch in seiner Position, ist aber beweglich und wackelt. Die Fasern des Zahnhalteapparats sind gedehnt oder teilweise gerissen. Oft geht dies mit Blutungen am Zahnfleischrand einher.

Zahnverschiebung (Luxation): Der Zahn wurde durch den Aufprall aus seiner ursprünglichen Position verschoben. Man unterscheidet dabei die seitliche Verschiebung, bei der der Zahn zur Seite gedrückt wurde, die Intrusion, bei der der Zahn in den Kieferknochen hineingedrückt wurde, und die Extrusion, bei der der Zahn aus seiner Verankerung herausgezogen wurde.

Ausgeschlagener Zahn (Avulsion): Der Zahn ist komplett aus seinem Zahnfach herausgefallen. Dies ist die dramatischste Form des Zahntraumas, aber paradoxerweise auch die mit den besten Rettungschancen – wenn richtig gehandelt wird.

Abgebrochener Zahn (Kronenfraktur): Ein Stück der sichtbaren Zahnkrone ist abgebrochen. Je nachdem, wie groß das Bruchstück ist und ob das Zahninnere (die Pulpa) betroffen ist, unterscheidet man verschiedene Schweregrade. Kleine Absplitterungen des Zahnschmelzes sind meist unkritisch, während tiefe Brüche, die bis zum Zahnnerv reichen, eine sofortige Behandlung erfordern.

Wurzelfraktur: Die Zahnwurzel ist im Kieferknochen gebrochen. Diese Verletzung ist von außen oft nicht sichtbar und wird erst durch Röntgenaufnahmen diagnostiziert. Die Prognose hängt stark davon ab, wo genau die Wurzel gebrochen ist.

Verletzungen des Zahnfleischs und Zahnhalteapparats: Neben dem Zahn selbst können auch das umgebende Weichgewebe, das Zahnfleisch und die Alveole (das Zahnfach im Knochen) verletzt sein. Solche Begleitverletzungen beeinflussen die Heilung erheblich.

Häufig treten mehrere Verletzungsformen gleichzeitig auf. So kann ein ausgeschlagener Zahn auch mit Verletzungen des Zahnfleischs und des Kieferknochens einhergehen.

Erste Hilfe bei Zahnunfällen: Schritt für Schritt

Bei einem Zahnunfall ist schnelles Handeln gefragt. Hier finden Sie die wichtigsten Sofortmaßnahmen für verschiedene Verletzungsarten:

Bei einem ausgeschlagenen Zahn

Dies ist der absolute Notfall in der Zahnmedizin. Jede Minute zählt, denn die Zellen auf der Zahnwurzel, die für die Wiedereinheilung notwendig sind, sterben sehr schnell ab.

So handeln Sie richtig:

Suchen Sie den Zahn sofort und fassen Sie ihn ausschließlich an der Zahnkrone an – niemals die Wurzel berühren! Auf der Wurzeloberfläche befinden sich empfindliche Zellen, die für die Wiedereinheilung entscheidend sind. Selbst gut gemeintes Berühren kann diese zerstören.

Säubern Sie den Zahn nicht und desinfizieren Sie ihn auf keinen Fall. Auch das Abspülen unter fließendem Wasser ist tabu. Was verschmutzt aussieht, sind oft wichtige Gewebereste, die zur Heilung beitragen.

Legen Sie den Zahn sofort in eine Zahnrettungsbox. Diese speziellen Boxen enthalten eine Nährlösung, die die Wurzelzellen bis zu 48 Stunden am Leben erhält. Zahnrettungsboxen sind in vielen Apotheken, Schulen und Sportvereinen erhältlich und sollten in keiner Hausapotheke fehlen.

Falls keine Zahnrettungsbox zur Hand ist, nutzen Sie als zweitbeste Lösung kalte H-Milch (haltbare Milch, nicht frische Milch). Die isotonische Zusammensetzung der H-Milch hält die Zellen für etwa ein bis zwei Stunden am Leben. Alternativ können Sie auch sterile Kochsalzlösung verwenden.

Begeben Sie sich unverzüglich zum Zahnarzt oder in eine zahnärztliche Notfallklinik. Optimal ist eine Behandlung innerhalb der ersten 30 Minuten. Nach einer Stunde sinken die Erfolgschancen für eine Replantation deutlich.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten:

  • Den Zahn an der Wurzel anfassen oder die Wurzel reinigen
  • Den Zahn in Wasser, Speichel oder ein Taschentuch legen
  • Versuchen, den Zahn selbst wieder einzusetzen (Ausnahme: bei Erwachsenen und wenn Sie sich sicher fühlen)
  • Zeit verlieren mit der Suche nach perfekten Aufbewahrungsmöglichkeiten – im Zweifelsfall ist H-Milch schnell verfügbar

Bei einem abgebrochenen Zahn

Auch wenn ein Zahn abgebrochen ist, gilt: Das Bruchstück suchen und mitnehmen. Moderne Adhäsivtechniken ermöglichen es oft, das ursprüngliche Zahnstück wieder anzukleben – das Ergebnis ist ästhetisch meist besser als jede Rekonstruktion.

Bewahren Sie das Bruchstück in kalter Milch oder Speichel auf und suchen Sie zeitnah einen Zahnarzt auf. Bei kleinen Absplitterungen ist keine absolute Eile geboten, bei großen Brüchen, die bis ins Zahninnere reichen, sollten Sie jedoch möglichst am selben Tag behandelt werden. Vermeiden Sie bis zur Behandlung heiße, kalte oder süße Speisen und Getränke, da der freigelegte Zahn sehr empfindlich reagiert.

Bei Lockerung oder Verschiebung des Zahns

Wenn ein Zahn gelockert oder verschoben ist, versuchen Sie nicht, ihn selbst zu bewegen oder wieder in Position zu bringen. Beißen Sie vorsichtig auf ein sauberes Taschentuch, um den Zahn ruhigzustellen, und suchen Sie umgehend einen Zahnarzt auf. Vermeiden Sie jeglichen Druck auf den verletzten Zahn.

Allgemeine Sofortmaßnahmen bei Zahnunfällen

Unabhängig von der Art der Verletzung sollten Sie folgende Maßnahmen ergreifen:

Stillen Sie eine eventuelle Blutung, indem Sie auf eine sterile Kompresse oder ein sauberes Tuch beißen. Kühlen Sie die verletzte Stelle von außen mit einem Kühlpack oder kalten Umschlägen. Das lindert Schmerzen und verringert Schwellungen. Wickeln Sie das Kühlpack dabei immer in ein Tuch ein, um Erfrierungen zu vermeiden.

Bei starken Schmerzen können Sie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol einnehmen. Vermeiden Sie jedoch Aspirin, da es die Blutgerinnung hemmt und Blutungen verstärken kann.

Beruhigen Sie vor allem Kinder und signalisieren Sie, dass alles getan wird, um zu helfen. Panik verschlimmert die Situation nur.

Die Zahnrettungsbox: Ihr wichtigster Helfer

Die Zahnrettungsbox ist bei ausgeschlagenen Zähnen das wichtigste Hilfsmittel. Sie enthält eine spezielle Nährlösung auf Zellkulturbasis, die die empfindlichen Zellen auf der Zahnwurzeloberfläche am Leben hält. Diese Zellen sind entscheidend dafür, dass der Zahn nach der Replantation wieder im Kieferknochen einwachsen kann.

Eine Zahnrettungsbox* erhalten Sie in jeder Apotheke oder online für etwa 15 bis 30 Euro. Die Anschaffung lohnt sich besonders für Familien mit Kindern, Sportvereine und Schulen. Die Box ist mehrere Jahre haltbar – das Verfallsdatum steht auf der Verpackung. Nach diesem Datum sollte sie ersetzt werden, auch wenn sie nicht benutzt wurde.

Die Handhabung ist denkbar einfach: Deckel öffnen, Zahn hineinlegen (an der Krone anfassen), Deckel schließen, fertig. Die Lösung ist steril und muss nicht gewechselt werden. Ein in der Zahnrettungsbox aufbewahrter Zahn kann bis zu 48 Stunden überleben – das gibt Ihnen Zeit, auch in ländlichen Gebieten oder nachts einen Zahnarzt zu erreichen.

Falls keine Zahnrettungsbox* verfügbar ist, sind die besten Alternativen in absteigender Reihenfolge: kalte H-Milch (haltbare Milch), sterile Kochsalzlösung oder als letzte Option der eigene Speichel (Zahn in die Wangentasche legen). Leitungswasser ist ungeeignet, da die Zellen durch den osmotischen Druck platzen.

Der Weg zum Zahnarzt: Was Sie erwarten können

In der zahnärztlichen Notfallbehandlung wird zunächst der Gesamtzustand beurteilt. Der Zahnarzt untersucht nicht nur den betroffenen Zahn, sondern auch die Nachbarzähne, das Zahnfleisch, den Kiefer und bei Bedarf auch Lippen und Gesicht. Wichtig ist festzustellen, ob weitere Verletzungen vorliegen oder ob beispielsweise Zahnfragmente verschluckt oder eingeatmet wurden.

Zur genauen Diagnose werden Röntgenaufnahmen angefertigt. Diese zeigen, ob Wurzeln gebrochen sind, ob der Kieferknochen verletzt ist und in welchem Zustand sich die Wurzelspitze befindet. Bei Kindern wird besonders darauf geachtet, ob die bleibenden Zähne, die noch im Kiefer liegen, in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Mit einem Sensibilitätstest wird überprüft, ob der Zahnnerv noch lebt. Dies ist wichtig für die Prognose und die weitere Behandlungsplanung. Allerdings kann es sein, dass ein Zahn unmittelbar nach dem Unfall nicht auf den Test reagiert, später aber wieder sensibel wird – deshalb sind Nachkontrollen so wichtig.

Die Behandlung richtet sich nach der Art der Verletzung:

Bei ausgeschlagenen Zähnen erfolgt die Replantation, also das Wiedereinsetzen des Zahns in sein Zahnfach. Der Zahn wird dabei vorsichtig gereinigt und in die richtige Position gebracht. Anschließend wird er mit einer flexiblen Schiene für etwa zwei Wochen an den Nachbarzähnen fixiert. In vielen Fällen ist zusätzlich eine Wurzelkanalbehandlung notwendig, oft schon nach wenigen Tagen oder Wochen.

Bei verschobenen Zähnen werden diese vorsichtig in ihre ursprüngliche Position zurückgebracht (Reposition) und ebenfalls geschient. Die Schienungsdauer variiert je nach Schweregrad der Verletzung zwischen einer und mehreren Wochen.

Bei abgebrochenen Zähnen wird, wenn möglich, das ursprüngliche Bruchstück wieder angeklebt. Ist dies nicht möglich oder wurde das Bruchstück nicht gefunden, wird der Zahn mit Komposit-Kunststoff rekonstruiert. Bei größeren Defekten kann später eine Krone notwendig sein. Ist die Pulpa (der Zahnnerv) freigelegt, muss diese geschützt oder eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt werden.

Bei Wurzelfrakturen hängt die Behandlung von der Lage des Bruchs ab. Liegt der Bruch im oberen Wurzeldrittel, ist die Prognose gut. Der Zahn wird geschient und heilt oft problemlos. Liegt der Bruch im unteren Bereich nahe der Wurzelspitze, ist die Prognose schlechter, und manchmal muss der Zahn entfernt werden.

Langzeitprognose und Heilungsverlauf

Die Erfolgschancen bei der Behandlung von Zahntraumata hängen von mehreren Faktoren ab. Am wichtigsten ist der Zeitfaktor: Je schneller ein ausgeschlagener Zahn behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Wurde der Zahn in einer Zahnrettungsbox aufbewahrt und innerhalb von 30 Minuten replantiert, liegt die Erfolgsquote bei über 90 Prozent.

Auch das Alter spielt eine Rolle. Bei Kindern und Jugendlichen mit noch nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum ist die Heilungstendenz besser als bei Erwachsenen. Die Regenerationsfähigkeit des Gewebes ist in jungen Jahren höher.

Die Art der Verletzung beeinflusst ebenfalls die Prognose. Reine Lockerungen und Verschiebungen haben meist eine sehr gute Prognose. Ausgeschlagene Zähne können bei optimaler Versorgung in 70 bis 90 Prozent der Fälle langfristig erhalten werden. Wurzelfrakturen haben je nach Lokalisation unterschiedliche Erfolgsaussichten.

Mögliche Komplikationen, die auch noch Jahre nach dem Unfall auftreten können, sind Wurzelresorptionen, bei denen der Körper die Zahnwurzel abbaut. Man unterscheidet verschiedene Formen, von denen einige behandelbar sind, während andere zum Zahnverlust führen können. Verfärbungen des Zahns können auftreten, wenn der Zahnnerv abstirbt. Meist werden solche Zähne grau oder gelblich. Eine Wurzelkanalbehandlung und anschließende Aufhellung können hier Abhilfe schaffen.

Eine Ankylose, bei der der Zahn mit dem Kieferknochen verwächst, kann bei jungen Patienten zu Wachstumsstörungen führen. Der betroffene Zahn wächst dann nicht mit dem Kiefer mit und erscheint später „zu kurz“. Auch Infektionen und Entzündungen an der Wurzelspitze sind möglich und erfordern weitere Behandlungen.

Der Heilungsverlauf erstreckt sich über Monate bis Jahre. In den ersten Wochen nach der Verletzung findet die akute Heilung statt. Die Schienung wird entfernt, und der Zahn sollte wieder fest sitzen. In den folgenden drei bis sechs Monaten erfolgt die Einheilung des Zahnhalteapparats. Der Zahn wird stabiler und sollte wieder normal belastbar sein. Die Langzeitheilung zieht sich über ein bis fünf Jahre hin. In dieser Zeit können noch Komplikationen auftreten, weshalb regelmäßige Kontrollen unerlässlich sind.

Nachsorge und Kontrolluntersuchungen

Nach einem Zahntrauma sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen von entscheidender Bedeutung. Viele Komplikationen treten erst Monate oder sogar Jahre nach dem Unfall auf und können nur durch aufmerksame Beobachtung rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Ein typischer Kontrollplan sieht folgendermaßen aus: Die erste Kontrolle erfolgt nach einer Woche, wenn die Akutphase überstanden ist. Nach vier Wochen wird überprüft, ob die Heilung normal verläuft. Nach drei und sechs Monaten werden Röntgenbilder angefertigt, um eventuelle Resorptionen oder andere Probleme zu erkennen. Danach folgen jährliche Kontrollen für mindestens fünf Jahre.

Während der Heilungsphase sollten Sie einige Verhaltensregeln beachten. Belasten Sie den verletzten Zahn für mindestens zwei Wochen nicht. Essen Sie weiche Nahrung und beißen Sie nicht auf harte oder klebrige Lebensmittel. Die Mundhygiene ist besonders wichtig: Putzen Sie vorsichtig, aber gründlich, und verwenden Sie bei Bedarf eine desinfizierende Mundspülung, wie vom Zahnarzt empfohlen.

Vermeiden Sie Kontaktsportarten für mindestens sechs Wochen oder bis Ihr Zahnarzt grünes Licht gibt. Bei Kindern sollten Sie darauf achten, dass sie nicht an dem Zahn wackeln oder mit der Zunge dagegen drücken.

Achten Sie auf Warnzeichen wie anhaltende oder zunehmende Schmerzen, Schwellungen oder Rötungen, Lockerung des Zahns, Verfärbungen, Bildung einer Fistel (kleines Bläschen am Zahnfleisch) oder erhöhte Temperaturempfindlichkeit. Bei solchen Symptomen sollten Sie umgehend Ihren Zahnarzt kontaktieren.

Prävention: So schützen Sie Ihre Zähne

Auch wenn nicht alle Unfälle vermeidbar sind, können Sie das Risiko für Zahntraumata deutlich reduzieren. Der wichtigste Schutz beim Sport ist ein individuell angepasster Mundschutz. Dieser sollte bei allen Kontaktsportarten wie Fußball, Handball, Hockey, Rugby sowie bei Kampfsportarten und beim Mountainbiking, Skateboarding oder Inlineskating getragen werden. Ein vom Zahnarzt angepasster Mundschutz bietet den besten Schutz und kostet zwischen 100 und 200 Euro. Es gibt auch konfektionierte Modelle aus dem Sportgeschäft, die günstiger, aber weniger passgenau sind.

Im Alltag helfen einfache Vorsichtsmaßnahmen: Sichern Sie Treppen mit Handläufen und Treppengittern, vor allem wenn kleine Kinder im Haushalt leben. Entfernen Sie Stolperfallen wie Teppichkanten oder herumliegende Kabel. Tragen Sie beim Fahrradfahren einen Helm, der auch den Gesichtsbereich schützt.

Bei Kindern ist besondere Aufmerksamkeit geboten. Beaufsichtigen Sie Kleinkinder beim Spielen, besonders in der Nähe von Möbelkanten, Treppen und auf Spielplätzen. Ermutigen Sie Kinder, beim Sport Mundschutz zu tragen, und seien Sie selbst ein gutes Vorbild. Bringen Sie Kindern bei, nicht mit Gegenständen im Mund herumzulaufen oder zu rennen.

Für ältere Menschen ist Sturzprophylaxe wichtig: Sorgen Sie für gute Beleuchtung, rutschfeste Matten im Bad und stabiles Schuhwerk. Lassen Sie bei Bedarf Sehhilfen und Medikamente überprüfen, die das Sturzrisiko erhöhen können.

Fazit: Vorbereitet sein rettet Zähne

Ein Zahnunfall ist immer ein Schock, aber mit dem richtigen Wissen und einer guten Vorbereitung können Sie in vielen Fällen den Zahn retten. Die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst: Bewahren Sie Ruhe, handeln Sie aber schnell. Bei einem ausgeschlagenen Zahn ist die Zahnrettungsbox Ihr wichtigster Helfer – jeder Haushalt sollte eine besitzen. Fassen Sie den Zahn nie an der Wurzel an und versuchen Sie nicht, ihn zu säubern. Suchen Sie innerhalb von 30 Minuten einen Zahnarzt auf.

Auch bei anderen Zahnverletzungen gilt: Lieber einmal zu viel zum Zahnarzt als einmal zu wenig. Viele Komplikationen lassen sich vermeiden, wenn Verletzungen rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Nutzen Sie Schutzmaßnahmen wie Mundschutz beim Sport, und lassen Sie verletzte Zähne über Jahre kontrollieren.

Mit dem Wissen aus diesem Artikel sind Sie für den Ernstfall gewappnet. Teilen Sie diese Informationen mit Familie und Freunden – denn je mehr Menschen wissen, was bei einem Zahnunfall zu tun ist, desto mehr Zähne können gerettet werden.

FAQ - Häufig gestellte Fragen

In diesem Abschnitt werden häufig gestellte Fragen beantwortet. Hier finden Sie schnelle und nützliche Informationen zu typischen Anliegen rund um das Thema.

Wie lange hält ein ausgeschlagener Zahn in der Zahnrettungsbox?

In einer Zahnrettungsbox* mit spezieller Nährlösung bleiben die überlebenswichtigen Zellen auf der Zahnwurzel bis zu 48 Stunden am Leben. Das gibt Ihnen genug Zeit, auch nachts oder am Wochenende eine Notfallbehandlung zu erreichen. In kalter H-Milch überlebt der Zahn etwa ein bis zwei Stunden, in Speichel oder Kochsalzlösung nur etwa 30 Minuten. Trotz dieser Zeitfenster gilt: Je schneller die Behandlung, desto besser die Prognose.
Nein, ausgeschlagene Milchzähne werden nicht wieder eingesetzt. Der Grund: Bei der Replantation könnte der darunter liegende bleibende Zahn beschädigt werden. Außerdem besteht die Gefahr, dass der Milchzahn mit dem Knochen verwächst und später das Durchbrechen des bleibenden Zahns behindert. Trotzdem sollten Sie mit dem Kind zeitnah zum Zahnarzt gehen, um andere Verletzungen auszuschließen und eventuell einen Platzhalter einzusetzen.
Nicht immer, aber sehr häufig. Bei Kindern und Jugendlichen mit noch offener Wurzelspitze besteht die Chance, dass der Zahnnerv überlebt und keine Wurzelkanalbehandlung nötig ist. Bei Erwachsenen stirbt der Nerv meist ab, sodass eine Wurzelkanalbehandlung erforderlich wird – oft schon nach wenigen Tagen bis Wochen. Dies ist jedoch kein Grund zur Sorge: Eine Wurzelkanalbehandlung ist heute eine Routinebehandlung und ermöglicht den langfristigen Erhalt des Zahns.
Die Kosten variieren stark je nach Art und Schwere der Verletzung. Die Notfallbehandlung, Replantation und Schienung werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Auch notwendige Wurzelkanalbehandlungen an Frontzähnen sind Kassenleistung. Spätere ästhetische Versorgungen wie hochwertige Kronen oder Veneers können Zuzahlungen erfordern. Ein individuell angepasster Sport-Mundschutz kostet zwischen 100 und 200 Euro und ist meist eine private Investition, kann aber viel teurere Folgebehandlungen verhindern.
Bei einem kleinen Absplitter ohne Schmerzen können Sie den nächsten Werktag abwarten. Bei größeren Brüchen, die bis ins Zahninnere reichen, sollten Sie möglichst am selben Tag einen Zahnarzt aufsuchen. Sind starke Schmerzen vorhanden oder blutet das Zahninnere, handelt es sich um einen Notfall – suchen Sie dann sofort eine Notfallpraxis auf. Bewahren Sie das Bruchstück in jedem Fall auf und bringen Sie es mit, auch wenn die Behandlung erst am nächsten Tag erfolgt.
Eine Graufärbung deutet meist darauf hin, dass der Zahnnerv abgestorben ist oder Blut ins Zahninnere eingedrungen ist. Manchmal bildet sich die Verfärbung von selbst zurück, oft bleibt sie jedoch bestehen. Nach einer Wurzelkanalbehandlung kann der Zahn durch internes Bleaching (Aufhellung von innen) wieder aufgehellt werden. In hartnäckigen Fällen kann eine Krone oder ein Veneer die Ästhetik wiederherstellen. Lassen Sie verfärbte Zähne in jedem Fall kontrollieren, da sie auf Probleme hinweisen können.
Das hängt von der Schwere der Verletzung ab. Bei leichten Lockerungen können Sie nach zwei bis drei Wochen vorsichtig wieder einsteigen. Nach Replantation oder bei Wurzelfrakturen sollten Sie mindestens sechs Wochen pausieren, bei Kontaktsportarten oft noch länger. Ihr Zahnarzt wird Ihnen basierend auf dem Heilungsverlauf konkrete Empfehlungen geben. Wenn Sie wieder mit dem Sport beginnen, tragen Sie unbedingt Mundschutz, um erneute Verletzungen zu vermeiden – verletzte Zähne sind anfälliger für weitere Traumata.
Leitungswasser hat eine andere Zusammensetzung als die Flüssigkeit in unseren Zellen. Durch den osmotischen Druck platzen die empfindlichen Zellen auf der Zahnwurzel, wenn sie mit Wasser in Kontakt kommen. Diese Zellen (Parodontalligament-Zellen) sind aber entscheidend dafür, dass der Zahn wieder im Knochen einwachsen kann. Deshalb sollte der Zahn überhaupt nicht gereinigt werden – was schmutzig aussieht, sind oft wichtige Gewebereste. Die Zahnrettungsbox oder H-Milch haben eine ähnliche Zusammensetzung wie Körperflüssigkeiten und schützen die Zellen.
Ja, das ist sogar häufig der Fall. Wurzelfrakturen sind von außen nicht sichtbar und werden erst durch Röntgenaufnahmen entdeckt. Auch Verletzungen der Zahnkeime bei Kindern (die bleibenden Zähne, die noch im Kiefer liegen) erkennt man nicht direkt. Kieferfrakturen können ebenfalls zunächst unbemerkt bleiben. Deshalb ist es wichtig, auch bei scheinbar harmlosen Unfällen einen Zahnarzt aufzusuchen. Er kann durch Untersuchung und Röntgenbilder versteckte Verletzungen ausschließen oder rechtzeitig behandeln.
In Deutschland gibt es flächendeckend zahnärztliche Notdienste. Die Nummer des aktuellen Notdienstes finden Sie in der Tageszeitung, im Internet oder durch Anruf bei der bundesweiten Rufnummer 116 117 (ärztlicher Bereitschaftsdienst). In größeren Städten haben Universitätskliniken oft rund um die Uhr geöffnete Notfallambulanzen. Bei schweren Begleitverletzungen fahren Sie direkt in die Notaufnahme eines Krankenhauses.
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